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Quelle:http://www-ang.kfunigraz.ac.at/~lyong/bz/ThomasBockEigensinn.doc
Eigensinn
– Aufbruch in der Psychiatrie
Was wir von unbehandelten und unkooperativen Patienten lernen können?
Graz 16.5.2003
PD Dr.Thomas Bock, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf
Lange
Zeit wurde Noncompliance entweder als Krankheitsmerkmal verstanden
oder mit den Nebenwirkungen inzwischen veralteter Medikamente erklärt.
Nun sind die Medikamente zwar in mancher Hinsicht besser, doch die
Compliance läßt trotzdem zu wünschen übrig. Woran
kann das liegen? Die Bedingungen der Kooperation, die therapeutische
Beziehung rücken wieder in den Vordergrund: Einseitige Krankheitskonzepte
und autoritäre Beziehungsangebote werden vielen Patienten nicht
gerecht. Nicht nur die Chemie der Substanz, sondern die Chemie der
Beziehung entscheidet. Eine reduktionistische Psychiatrie, die ”Krankheitseinsicht”
und ”Compliance” wie Unterwerfungsrituale handhabt, wird
für sich selbst zum Problem. Das Ringen um Dialog und eine kooperative
Beziehung muß wieder als gemeinsame Aufgabe bzw. als Ergebnis
gemeinsamer Anstrengung anerkannt werden. Der Eigensinn des Patienten
ist in diesem Zusammenhang kein Makel und keine Störgröße,
sondern eine Fähigkeit, die der Lebensqualität dient.
Nicht nur bei langfristig Psychoseerfahrenen, sondern auch bei Ersterkrankten
sind allgemeine Standards unzulänglich; die Besonderheit des
Einzelfalls zählt. Früherkennung und Frühbehandlung
nützen wenig, wenn sie stereotyp erfolgen. Je früher wir
behandeln wollen, desto vorsichtiger müssen wir es tun. Denn
Stigmatisierung und Etikettierung stellen jeden Behandlungserfolg
infrage. Nicht die Dauer der unbehandelten Psychose macht eine schlechtere
Prognose wahrscheinlich, sondern die einfaltslose, wenig kreative
Therapie. Eigensinnige Patienten lehren uns genau hinzusehen, vollständig
wahrzunehmen und im Dialog zu handeln.
Eigensinn und Psychose
In Psychosen gehen die Sinne eigene Wege. Die Wahrnehmungen werden
eigen-sinnig. Die Haut wird durchlässig. Innen und Außen
sind kaum noch zu trennen. Innere Vorgänge können zu Stimmen
oder Bildern werden, äußere reale Vorgänge ohne Filter
im Innersten treffen. Die Moderne Hirnforschung zeigt, wie wenig erstaunlich
das ist: Die Nerven im Hör- oder Sehzentrum werden nur zu 20-30
% vom Ohr, bzw. Auge gespeist, ansonsten von vielen anderen Regionen,
die mit Erwartungen und Erinnerungen, allgemeiner Emotionalität
oder Aktivität zu tun haben, beeinflußt.
In Psychosen ringen Menschen um das Eigene und um Sinn. Das Ringen
um die eigenen Grenzen geht notwendig nach Innen: Wer bin ich, wo
höre ich auf, wo fängt der andere an? Was ist mein Wesen,
meine Eigenheit? Das Ringen um Sinn richtet sich notwendiger Weise
auch nach Außen: Warum bin ich so (anders als sonst)? Was ist
meine Aufgabe, meine Bestimmung, wer bin ich für andere? Wie
kann ich balancieren zwischen Bindung und Autonomie, Abgrenzung und
Verschmelzung (und den entsprechenden Wünschen und Ängsten)?
Wer eigensinnig ist, wird bewundert für seine innere Freiheit,
und ist oft einsam, weil genau das als anstrengend empfunden wird.
Psychoseerfahrene Menschen sind im doppelten Wortsinn eigensinnig,
ohne wirklich unabhängig zu sein: Ihre Sinne gehen eigene Wege.
Die Wahrnehmung der Realität ist verändert. Die Gedanken
sind sprunghaft. Das Verhalten wird unverständlich - vielleicht
ein Versuch, sich vor dem vermeintlichen Zugriff anderer auf einen
letzten Hort von Eigenheit zu retten? Ein Drama der Psychose scheint
mir zu sein, dass die Suche nach dem eigenen Sinn, sich ausschließlich
nach Innen richtet. Der Sinn wird ausschließlich im Eigenen
gesucht, also da, wo er letztlich nicht zu finden ist. Die Suche nach
Sinn weist nach Frankl (2002) über den Einzelnen hinaus. Es geht
um die Bedeutung des Einzelnen für andere. Eine Kategorie, die
wir Psychiatrie-Profis leicht aus dem Auge verlieren.
Krankheitseinsicht und Compliance - Widersprüche in der
Psychiatrie
Im Umgang mit eigensinnigen Patienten macht es sich
die moderne Psychiatrie bequem, indem sie Krankheitseinsicht und Compliance,
also Kooperation, mehr von den Patienten als von sich selber verlangt.
Patienten soll Einsicht zeigen, d.h. unsere Sicht der Krankheit übernehmen.
Wir selbst bemühen uns kaum noch um tieferes Verständnis,
begnügen uns mit Diagnosen, als könnten die erklären,
was sie bestenfalls beschreiben. (“Warum verhält sich jemand
so auffällig?” - “Ach ja er hat eine Manie”.)
Wir fragen nicht mehr, warum jemand Stimmen hört und welche,
sondern nur ob. Wir geben es auf, Einsicht zu nehmen, verlangen sie
aber umgekehrt von den Patienten. Sie sollen sich unsere Diagnostik
zueigen machen, sollen Krankheitseinsicht zeigen. Gleichzeitig sprechen
wir akut psychotischen Patienten die Einsichtsfähigkeit ab und
setzen sie voraus, lehnen eine Behandlung ohne Einsicht (und ohne
Selbst- oder Fremdgefährdung) ab. Was aber heißt Einsicht?
Vermitteln wir Einsicht, wenn wir psychische Phänomene mit medizinischen
Etiketten versehen? Welche Einsicht meinen wir? Wer muß Einsicht
nehmen und in was? - Prof. Rössler (1999) fand heraus, dass Patienten
mit “idiosynkratischen Krankheits-konzepten”, also letztlich
mit eigensinnigen Erklärungsmustern, eine höhere Lebensqualität
haben. Dieses eher unerwartete Ergebnis einer großen Studie
fordert uns zum Umdenken auf: Nicht Anpassung um jeden Preis, keine
allgemeine Psychoedukation, sondern individuelle und kooperative Suche
nach subjektiven Bedeutungen. Wir müssen Einsicht nehmen, weniger
in eine abstrakte Krankheit, als in die konkreten Lebensumstände
und die besondere Entwicklung eines bestimmten Menschen.
Compliance wird oberflächlich definiert als die Bereitschaft
des Patienten, das zu tun, was der Arzt für richtig hält.
Noncompliance hingegen sehen wir als Krankheitsmerkmal. Der Patient
kooperiert nicht, d.h. er muß besonders krank sein. Diese einseitige
Sichtweise ignoriert grundlegende Merkmale der Kommunikation: Wenn
die Kooperation zwischen zwei Partnern nicht funktioniert, sind beide
verantwortlich. Wir Therapeuten müssen Patienten abholen - im
wörtlichen und im übertragenen Sinn - müssen uns um
Kooperation bemühen. Dabei spielt das Interesse für subjektive
Erklärungsmuster, für den Eigensinn des Patienten und die
Bedeutung der Erkrankung eine große Rolle.
50% der Patienten nehmen ihre Medikamente nicht oder nicht wie verordnet
(Fenton 1997). Bei 20% wirken sie nicht wie beabsichtigt; sie sind
“non responder” (Kane 1996). Trotz besserer Medikamente
ist die Compliance nicht viel besser geworden. Offenbar ist die Noncompliance
nicht allein mit den Nebenwirkungen der Medikamente zu erklären,
sondern auch mit der Qualität der therapeutischen Beziehung überhaupt.
Auch diese hat Nebenwirkungen. Offenbar muß nicht nur die Chemie
des Wirkstoffs stimmen, sondern auch die Chemie der Beziehung. Eine
autoritäre Psychiatrie mit allzu reduktionistischem Krankheitsbild
treibt Patienten ins Abseits, wird so auch für die weitere wissenschaftliche
Entwicklung zu einem ernst zu nehmenden Hindernis.
Ringen um Kooperation
Mangelnde Kooperation dem Patienten bzw. seiner Erkrankung
anzulasten, gelingende Kooperation aber ausschließlich als Verdienst
des Therapeuten zu rechnen, bzw. als Therapieerfolg zu bewerten, ist
unlauter. Tatsächlich ist Kooperation immer ein beidseitiger
Prozess, für dessen Zustandekommen wir Therapeuten in hohem Maße
mitverantwortlich sind. Unsere Behandlung kann nur dann Früchte
tragen, wenn sie die Bedeutungsmuster, die besondere Sprache, die
ureigenen Bewältigungsstrategien, die inneren Prozesse des Patienten
berücksichtigt. Das gilt auch für die Pharmakotherapie;
viele Beispiele belegen, dass auch die Wirksamkeit von Medikamenten
nicht zuletzt von der funktionalen oder biographischen Bedeutung bestimmter
Symptome abhängt (Bock 1997).
Wer also ist unkooperativ:
Patienten,
-
die jede Hilfe ablehnen,
-
die
professionelle Unterstützung ablehnen, umfassende Hilfsangebote
von Freunden und Angehörigen aber im Sinne einer “private
Soteria” annimmt (Bock 1997)
-
die
keine Medikamente nehmen wollen, andere therapeutische Angebote,
vor allem ein Bemühen um Verständnis (als Voraussetzung
für alle weiteren Schritte) aber ausdrücklich wünschen,
-
bei
denen die Medikamente trotz sorgfältiger Handhabung nicht (günstig)
wirken?
oder auch Therapeuten/Ärzte,
-
die
nur medikamentöse Hilfe anbieten, psychosoziale und psychotherapeutische
aber vorenthalten, obwohl die Rückfallrate dann 50% niedriger
wäre (Fenton 2000),
-
die
zu viele Medikamente geben, obwohl zusätzliche Hilfen bei 70%
der Patienten die notwendige Dosis erheblich reduzieren würde
(Alanen 2001),
-
die
nur psychosoziale Hilfe anbieten, obwohl eine Medikation hilfreich
und akzeptabel/kompatibel wäre,
-
die
eine therapeutische Beziehung nicht aufnehmen oder beenden, weil
der Patient sich eigensinnig verhält,
-
die
eine eigene Behandlungsbereitschaft an unzulässige Voraussetzungen
knüpfen, statt offen um Kooperation zu ringen?
Lehren aus eigenen Erfahrungen
Die folgenden Lehren von eigensinnigen Patienten haben
ich aus drei Zusammenhängen gewonnen:
-
aus dem Psychoseseminar - einem Ort der Begegnung auf gleicher Augenhöhe,
unter Experten aus ”eigener Erfahrung” und durch Ausbildung
und Beruf: Es zieht Menschen an, die der Psychiatrie skeptisch gegenüber
stehen, mit oder ohne schlechte Erfahrungen. Lehrreich für
Profis gerade deshalb (Bock 1992).
-
aus
einer Studie über “Naturgeschichten der Schizophrenie”,
Interviews mit Menschen, die Psychosen erleben, Psychiatrie aber
ganz oder weitgehend meiden: Von 34 über längere Zeit
unbehandelten Patienten wurden ca. die Hälfte auch ohne professionelle
Hilfe wieder stabil (Bock 1997).
-
aus
meiner Arbeit in der sozialpsychiatrischen Institutsambulanz der
Universitäts-klinik Hamburg, die mit integrierten ambulanten
und teilstationären Angeboten versucht, vor allem Psychosepatienten
mit begrenzter Kooperationsbereitschaft gerecht zu werden:
Dazu
gehören für längerfristig psychoseerfahrene und ersterkrankte
Patienten niedrigschwellige und aufsuchende Angebote, die Einbeziehung
der Familien und eine bestimmte Kultur des Verstehens und Begleitens
(AG der Psychoseseminare 2003).
Insgesamt lassen sich die folgenden Erfahrungen ableiten:
Die Dauer der unbehandelten Psychose ist kein Prognosekriterium. Auch
nach langer Zeit ohne Behandlung sind produktive Behandlungsbeziehungen
und Therapieerfolge möglich. Das erfordert nur ungleich mehr
Phantasie, Flexibilität und Kontinuität über den Behandlungsstatus
hinweg.
Standardprogramme sind bei Psychosepatienten grundsätzlich fragwürdig.
Psychoseerfahrene Menschen spüren besonders sensibel, ob Ihnen
Respekt entgegengebracht wird, ob ihre Individualität gewürdigt
wird, ob sie als Person oder als Symptomträger gemeint sind.
Medikamente können hilfreich sein, doch nur im Kontext einer
hilfreichen Beziehung.
Neben
den medizinischen sind die psychologischen Nebenwirkungen mehr zu
beachten: Welches Bild vom Menschen, vom Leben, von der Erkrankung
wird vermittelt?
Wird
ein innerer Selbstbezug, ein Selbstverstehen erleichtert oder erschwert?
Viele sogenannte Noncompliance-Patienten lehnen nicht in erster Linie
ein bestimmtes Medikament ab, sondern ein reduziertes Verständnis,
eine patriarchale Beziehung.
Mit einem offeneres Verständnis der Erkrankung und einer ehrlichen
dialogischen Beziehung, sind auch eigensinnige PatientInnen für
eine langfristige therapeutische Strategie zu gewinnen. Wichtig ist
jedoch, nicht vordergründig zu taktieren, sondern wirklich kreativ
und flexibel Schritte in die Welt des anderen zu wagen.
Rückfälle zu vermeiden ist ein wichtiges, aber kein unbedingtes
Ziel. Das Leben bringt Krisen mit sich, für sehr dünnhäutige
Menschen auch das Risiko, den Boden der Realität vorübergehend
wieder zu verlieren. Das um jeden Preis vermeiden zu wollen, kann
bedeuten, das Leben zu verpassen: Eine solche absolute Strategie kann
Negativsymptome und Depressionen gerade zu bedingen.
Die althergebrachte Struktur, nach der niedergelassene Arzt auf den
ambulanten und der Krankenhaus-Arzt auf den stationären Patienten
wartet, ist überholt, kostentreibend und unsinnig.
Weit
mehr Kapazitäten als bisher sind ambulant vorzuhalten. Weit mehr
ambulante Kapazitäten müssen flexibler abrufbar und einsetzbar
sein.
Individuelle Ressorcen sind mehr zu achten und zu fördern, familiäre
und professionelle Ressourcen stärker zu verbinden.
Gerade Ersterkrankte sollten primär ambulant behandelt werden
- auch im Sinne von home-treatment. Aber auch sonst kann und soll
Behandlung weit mehr vor Ort stattfinden.
Es macht wenig Sinn, ambulante, teilstationäre und stationäre
Angebote immer weiter zu spezialisieren, dafür aber immer mehr
abrupte Wechsel des therapeutischen Bezugs in Kauf zu nehmen. Notwendig
ist eine Spezialisierung auf den Einzelnen und seine Bezüge.
Eine strukturübergreifende also status-unabhängige Behandlungskontinuität
erscheint als entscheidendes Qualitätskriterium.
Stigmatisierung beginnt nicht erst draußen und mit der Entlassung,
sondern mit dem ersten Tag. Wir tragen die Verantwortung dafür,
ob unsere Sprache anschlußfähig ist (Bock 2000). Das hohe
Risiko der Etikettierung ist ein entscheidender Nachteil der Psychiatrie
in den westlichen Industrieländern gegenüber den weniger
entwickelten Ländern.
Plädoyer
für eine neue Kooperationskultur
Insgesamt geht es um eine neue Kooperationskultur, die auch vor der
Pharmakotherapie nicht halt macht: Krankheitseinsicht ist zunächst
einmal unsere Aufgabe, und zwar nicht im Sinne einer Einsicht in eine
abstrakte Krankheit, sondern in konkrete Entwicklungslinien und Lebensumstände.
Compliance ist nicht als Vorleistung des Patienten anzusehen, sondern
als eine gemeinsame Aufgabe. Wir bringen unser allgemeines Wissen
und unsere Erfahrung ein (es ist wenig genug), den Einzelfall vorhersagen
können wir (zum Glück) nie. Wir müssen aber immer bereit
sein, zu irren und durch Irrtümer zu begleiten.
Wenn Stationen Patienten, die Schutz suchen aber keine Medikamente
wollen, ablehnen, wenn Einrichtungen des Betreuten Wohnens eine bestimmte
Therapie zur Voraussetzung machen, dann machen sie es sich allzu bequem:
Unsere eigentliche psychiatrische, psychologische, pflegerische, psychotherapeutische
Arbeit fängt doch beim Dissens erst an. Vorher könnten wir
auch an eine Apotheke verweisen. Gerade im Umgang mit Psychosepatienten,
die Mühe haben, die eigenen Grenzen zu spüren und zu wahren,
ist der Umgang mit Grenzen, Unterschieden und Eigensinn eine spannende
Herausforderung: Ich bin diese Meinung, Du dieser. Was machen wir
jetzt? Wer bestimmt? Wer überzeugt wen? Was ist die Besonderheit
des Einzelnen, welche Erfahrungen sind ausschlaggebend? Wo sind seine
Grenzen, wo meine? Wie kann ich mich auf jemand anderes einlassen
(in beiden Richtungen), wie lerne ich, jemand zu vertrauen?
Die
Auseinandersetzung mit diesen Fragen berührt das zentrale Thema
der Psychose! Einfach nur Medikamente zu geben und Symptome so nachhaltig
zum verschwinden zu bringen, mag im Ausnahmefall ausreichen; doch
diese Beispiele werden in der klinischen Psychiatrie immer seltener
werden. Sich auf diese Strategien zu beschränken, ist langweilig
und ignorant.
Um das zu verdeutlichen, plädiere ich versuchsweise für
eine Umwertung: Wir Profis sind es, die Compliance entwickeln, also
kooperativer werden müssen. Die Non-compliance der Patienten
ist als Beziehungsangebot, als eine therapeutische Herausforderung
auf dem zentralen Feld der Psychose zu sehen: Wer bestimmt mich? Wo
sind meine Grenzen? Wie finde ich eine Balance zwischen Selbst- und
Fremdbestimmung, zwischen Bindung und Autonomie? Eigensinn verweist
auf Lebensqualität und innere Kraft. Wenn also in Zukunft ein
Patient uns nicht in jedem Fall folgt, wenn er/sie die Standardmedikation
nicht begeistert annimmt, sondern Vorbehalte äußert und
wenn es uns gelingt, um Kooperation zu ringen, dann dürfen wir
auf eine gute Prognose schließen. Wenn ein Patient aber allzu
brav alles annimmt, was wir verschreiben oder vorschreiben, dann sollten
wir skeptisch sein und uns fragen, was schief läuft und was wir
falsch gemacht haben?
Literatur
Alanen, Y.O. (2001); Schizophrenie - Entstehung, Erscheinungsformen
und die bedürfnisangepaßte Behandlung, Klett-Cotta
Arbeitsgemeinschaft der Psychoseseminare (2003); ”Es ist normal,
verschieden zu sein - Verständnis und Behandlung von Psychosen”
(erstellt von Psychoseerfahrenen, Angehörigen und Psychiatrie-Profis/Wissenschaftlern)
gegen eine Schutzgebühr von 1 Euro - zu beziehen bei den Bundesverbänden
der Erfahrenen und Angehörigen, der Dt.Ges.f.Soziale Psychiatrie,
dem Dachverband psychosoz.Hilfsvereinigungen und beim Autor
Bock, Th. (1997); Lichtjahre, Krankheitsverständnis und Lebensentwürfe
von Menschen mit unbehandelten Psychosen, Psychiatrieverlag, Bonn
Bock, Th. (2000); ”Gemeinsam gegen Vorurteile - zur Auseinandersetzung
um eine Antistigma-kampagne, Soziale Psychiatrie Jg. 24, Heft 4 Dez.
2000, S. 16 ff
Bock, Th., J.E. Deranders, Esterer, I. (1992); Stimmenreich, Psychiatrieverlag
Bock,Th., Kemme,G. (2000); ”Pias lebt ... gefährlich”
(Jugendbuch), Psychiatrieverlag – Edition Balance, Bonn
Buck, D. (2002); ”Laßt euch nicht entmutigen”, Anne
Fischer Verlag, Norderstedt, Leipziger Universitätsverlag
Fenton, W.S. (2000); Evolving Perspectives on Individual Psychotherapy
for Schizophrenia, Schizophr. Bulletin, 26 (1) : 47-72
Finzen, A. (2001); Psychose und Stigma - zum Umgang mit Vorurteilen
und Schuldzuweisungen, Psychiatrie-Verlag
Frankl, Viktor (2002); Was nicht in meinen Büchern steht - Lebenserinnerungen,
Beltz Taschenbuch, Weinheim und Basel
Roessler, W. u.a. (1999); Does the place of treatment influence the
quality of life of schizophrenics? Acta psychiatr. Scand. 100, 142-148
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